Bei der Auswahl eines Blum-Scharniers reicht der Öffnungswinkel allein nie. Fünf Punkte müssen zusammenpassen: Anschlagart der Tür, gewünschte Auflage, Bohrabstand TB am Scharniertopf, Distanz der Montageplatte und die Schließfunktion. Wer diese fünf vor der Bestellung klärt, vermeidet die häufigsten Fehlbestellungen.

Dieser Ratgeber folgt der Reihenfolge, die sich auch in der Werkstatt bewährt. Zuerst wird die Anschlagart bestimmt, danach folgen Auflage, Bohrbild, Montageplatte und Schließfunktion. Erst zum Schluss kommt der Öffnungswinkel ins Spiel, denn allein sagt er noch nichts darüber aus, ob ein Scharnier zur Einbausituation passt. Wer die Auswahl Schritt für Schritt so eingrenzt, findet in der Regel die passende Kombination.

1. Anschlagart der Tür: voll vorliegend, halb vorliegend, einliegend#

Klären Sie zuerst: Wie liegt die Tür am Korpus?

Drei Schnittzeichnungen der Türlage: voll vorliegend, halb vorliegend an einer Mittelwand und einliegend
Die drei Anschlagarten: links voll vorliegend (Eckanschlag), mitte halb vorliegend an der Mittelwand (Mittelanschlag), rechts einliegend (Innenanschlag).

Voll vorliegende Tür ist der Standardfall, in der Blum-Doku Eckanschlag genannt. Die Tür liegt außen auf der Korpusseite auf und verdeckt die Korpuskante. Das ist der Fall beim einzelnen Schrank oder an den Außenseiten einer Schrankreihe. Hier setzen Sie oft eine 0-mm-Montageplatte ein, entscheidend bleibt aber das Zusammenspiel aus Frontaufschlag, Bohrabstand TB und Montageplatten-Distanz.

Halb vorliegende Tür heißt bei Blum Mittelanschlag: Zwei Türen teilen sich eine Mittelseite. Jede Tür liegt nur teilweise auf, die Korpuskante steht zwischen den Türen frei. Hier brauchen Sie einen gekröpften Scharnierarm. Gekröpft heißt, der Arm hat eine Biegung, damit die Tür weiter zur Korpusmitte rückt.

Einliegende Tür heißt bei Blum Innenanschlag: Die Tür läuft zwischen den Korpusseiten, außen sehen Sie eine umlaufende Fuge zur Korpuskante. Hier arbeiten Sie mit stark gekröpftem Arm und planen statt einer Auflage ein Fugenmaß.

Drei Schnittzeichnungen des Scharnierarms: gerade, leicht gekröpft und stark gekröpft auf der Montageplatte
Die Anschlagart bestimmt die Kröpfung des Arms: gerader Arm beim Eckanschlag, gekröpft beim Mittelanschlag, stark gekröpft beim Innenanschlag.

2. Auflage: was ist das, und wie kommt sie zustande#

Die Auflage beschreibt, wie weit die geschlossene Tür auf der Korpusseite liegt. In der Blum-Doku heißt dieses Maß Frontaufschlag, abgekürzt FA. Im Werkstatt- und Kundengespräch sagen viele einfach Auflage, gemeint ist dasselbe.

Bei einer 19 mm starken Korpusseite und einer voll überdeckenden Tür liegt die Auflage typisch bei etwa 15 bis 18 mm (Werkstatt-Erfahrung, je nach Scharnier und Montageplatte). Bei halb vorliegenden Türen ist sie kleiner, weil sich zwei Türen die Mittelseite teilen. Bei einliegenden Türen gibt es keine Auflage. Stattdessen planen Sie die Fuge zwischen Tür und Korpuskante.

Die Auflage hängt nicht nur vom Scharnier ab. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von:

  • Scharniertyp (Anschlagart)
  • Bohrabstand TB am Scharniertopf
  • Distanz der Montageplatte

Deshalb gehört die Montageplatte bei Blum zur technischen Auswahl, sie ist kein beliebiges Zubehör.

Vier Skizzen zur Steuerung des Frontaufschlags: Seitenverstellung, Kröpfung, erhöhte Montageplatte, Topfabstand
Vier Stellschrauben für den Frontaufschlag: Seitenverstellung am Scharnier, Kröpfung des Scharniers, Distanz der Montageplatte und der Bohrabstand des Topfes.

Wie genau Distanz und Befestigung der Montageplatte wirken, steht im Ratgeber Blum-Montageplatten: Bohrbild, Distanz, Befestigung.

3. Bohrabstand TB am Scharniertopf#

Der Bohrabstand TB ist der Abstand von der Türkante zur Kante der 35-mm-Topfbohrung im Türblatt, gemessen zur Kante, nicht zur Mitte. Bei Standard-Scharnieren liegt TB häufig bei 3 bis 7 mm. Bei Weitwinkel-, Glas- oder Dünntürscharnieren prüfen Sie die Tabelle zum konkreten Scharnier.

Maßzeichnung Bohrabstand TB als Abstand der Türkante zur Kante der 35-mm-Topfbohrung im Türblatt
Der Bohrabstand TB ist der Abstand von der Türkante zur Kante der 35-mm-Topfbohrung, gemessen zur Kante, nicht zur Mitte.

Das vollständige Bohrbild des Scharniertopfs, also Topfdurchmesser, Abstand und Durchmesser der Befestigungslöcher, Topfabstand TB und Bohrtiefe, ist im Glossar Bohrbild (Scharnier) mit beschrifteter Maßzeichnung erklärt.

Zwei Merksätze fürs Kundengespräch:

  • Je größer der Bohrabstand TB, desto weiter rückt die Tür in Richtung Auflage.
  • Je größer die Distanz der Montageplatte, desto kleiner wird die Auflage.

Das sind Vereinfachungen, sie helfen aber, das Zusammenspiel zwischen Bohrabstand und Montageplatten-Distanz greifbar zu machen.

Bei der ersten Bohrung in einer neuen Tür-Konstruktion lohnt der Blick in das Blum-Datenblatt zum konkreten Scharnier. Dort steht eine Tabelle mit TB, Montageplatten-Distanz MD und resultierender Auflage FA. Daraus lässt sich die richtige Kombination ablesen.

4. Montageplatten und ihre Distanzen#

Den Scharnierarm clipsen Sie auf eine Montageplatte, die am Korpus verschraubt ist. Ihre Distanz beeinflusst die Türposition direkt.

Im Sortiment gibt es Montageplatten mit Distanzen von 0, 3, 6, 9 und 18 mm. Die Distanz lässt sich nicht pauschal einer bestimmten Anschlagart zuordnen. Sie wird passend zum gewählten Scharnier, zum Topfabstand TB und zum gewünschten Frontaufschlag beziehungsweise Fugenbild bestimmt. Eine größere Distanz verringert bei ansonsten gleicher Ausführung den Frontaufschlag. Welche Montageplatte benötigt wird, ergibt sich deshalb aus der Planungstabelle des jeweiligen Blum-Scharniers.

Wenn man sich bei der benötigten Montageplattenhöhe nicht sicher ist, liegt man mit der Distanz 0 in den meisten Anwendungen zunächst richtig. Sie ist ein verbreiteter Ausgangspunkt und für viele Standardsituationen geeignet, stellt jedoch keine feste Vorgabe für voll vorliegende Türen dar. Bei besonderen Anschlagarten, abweichenden Fugenbildern oder speziellen Scharnierausführungen sollte man die Planungstabelle des jeweiligen Blum-Scharniers genau studieren.

Daneben gibt es verschiedene Bauformen: Kreuzmontageplatten 37/32 sind die klassische Variante für das 32-mm-Bohrbild im Korpus. Die 37 ist der Abstand der vorderen Lochreihe zur Korpus-Vorderkante in Millimeter, die 32 ist der Bohrreihen-Abstand im 32-mm-Bohrraster. Lineare Montageplatten 20/32 sind eine schmälere Bauform mit 20 mm Frontabstand, die in bestimmten Korpus-Konstruktionen sinnvoll ist.

Die Höhe stellen Sie über Langloch oder Exzenter ein. Der Exzenter geht schneller und genauer, das Langloch reicht für einfache Fälle. Wer regelmäßig montiert, nimmt den Exzenter.

Scharnier werkzeuglos auf die Montageplatte clipsen#

Der Name CLIP top kommt von der Cliptechnik: Sie hängen den Scharnierarm vorne in die Montageplatte ein und drücken ihn hinten nach unten, bis er hörbar einrastet. Das geht ohne Werkzeug. Zum Lösen ziehen Sie den Entriegelungshebel an der Rückseite des Arms nach vorne, dann hebt sich das Scharnier wieder von der Platte.

Das ist der heutige Standard bei Blum und löst die ältere Aufschiebetechnik ab, bei der der Arm aufgeschoben und verschraubt wurde. Für Sie heißt das: Türen lassen sich zum Ausrichten, Reinigen oder Tauschen schnell abnehmen und wieder aufsetzen, ohne die Einstellung zu verlieren.

Hand clipst einen Blum-Scharnierarm werkzeuglos auf die Montageplatte am Korpus
Der Scharnierarm wird vorne eingehängt und hinten bis zum Einrasten heruntergedrückt, das Lösen läuft über den Hebel.
Werkzeuglose Montage des Scharniers auf der Montageplatte im Korpus.

5. CLIP top BLUMOTION: das gedämpfte Standard-Scharnier#

CLIP top BLUMOTION ist Blums Scharnierprogramm mit integrierter Dämpfung. Die BLUMOTION-Dämpfung ist im Scharniertopf integriert und sorgt dafür, dass die Tür weich und leise schließt. Bei kleinen oder besonders leichten Türen lässt sich die Dämpfung am Scharnier abschalten, weil sie sonst nicht sauber durchzieht.

Für die meisten Möbel ist CLIP top BLUMOTION die naheliegende Wahl. Sie erhalten es passend zur Anschlagart, mit der dazugehörigen Arm-Geometrie.

Wichtig zur Abgrenzung: BLUMOTION ist die Dämpfung. TIP-ON ist die Öffnungsfunktion durch Antippen. Das sind zwei verschiedene Funktionen, die in der Beratung oft durcheinander geraten.

CLIP top BLUMOTION mit integrierter Dämpfung im Scharniertopf, die Tür schließt weich und leise.

6. CLIP top ohne BLUMOTION: mit Feder oder ohne Feder#

Neben CLIP top BLUMOTION gibt es CLIP top ohne integrierte Dämpfung. Dieses Programm ist in zwei Varianten relevant.

CLIP top mit Feder ist das selbstschließende Scharnier ohne Dämpfung. Die Tür wird durch die Scharnierfeder zugezogen, schließt aber nicht gedämpft. Geeignet ist es für Möbel, bei denen Dämpfung kein Thema ist, oder für den Werkstattbau ohne Dämpfungsanforderung.

CLIP top ohne Feder ist die Variante für TIP-ON-Türen mit Magnet. Hier wird kein Federmechanismus verwendet, weil die Federwirkung gegen den TIP-ON-Auslöser arbeiten würde.

Für grifflose Türen mit TIP-ON ist ein federloses CLIP top nicht zwingend erforderlich. Blum bietet zwei aufeinander abgestimmte Lösungen: TIP-ON mit Magnet wird mit Scharnieren ohne Feder kombiniert. TIP-ON mit Puffer ist für Scharniere mit Feder vorgesehen und kann je nach Anwendung auch zusammen mit CLIP top BLUMOTION eingesetzt werden. Entscheidend ist deshalb, dass TIP-ON-Ausführung und Scharnier zueinander passen.

Merksatz: Für gedämpftes Schließen wird CLIP top BLUMOTION verwendet, für selbstschließende Türen ohne Dämpfung ein CLIP top mit Feder. Für griffloses Öffnen durch Antippen gibt es zwei TIP-ON-Lösungen: mit Magnet und einem Scharnier ohne Feder oder mit Puffer und einem Scharnier mit Feder.

Wichtig: Mechanisches TIP-ON für Türen lässt sich derzeit nicht mit einer aktiven BLUMOTION-Dämpfung kombinieren. Wird ein CLIP top BLUMOTION zusammen mit TIP-ON eingesetzt, muss die Dämpfungsfunktion deaktiviert werden. Griffloses Öffnen durch Antippen und gleichzeitig gedämpftes Schließen lassen sich bei Drehtüren nur mit einer zusätzlichen elektrischen beziehungsweise motorischen Öffnungsunterstützung verbinden.

7. TIP-ON für Türen#

TIP-ON ist kein Scharnier. TIP-ON ist die mechanische Auslöse-Einheit, die hinter dem Türblatt sitzt und die Tür beim Antippen nach vorne ausstößt. Sie wird mit dem passenden CLIP top kombiniert.

Praktisch wichtig: TIP-ON braucht eine kleine, definierte Fuge zur Korpuskante, etwa 1,5 mm, sonst wirkt die Auslösung nicht sauber. Der Stößel an der TIP-ON-Einheit hat eine integrierte Tiefenverstellung, mit der die Druckposition feinjustiert wird.

Ein häufiger Punkt bei der Bestellung: TIP-ON und CLIP top BLUMOTION lassen sich nur eingeschränkt kombinieren. Anders als bei Schubkästen gibt es bei Türen kein TIP-ON BLUMOTION als fertige Einheit. TIP-ON mit Magnet braucht ein federloses CLIP top. TIP-ON mit Puffer lässt sich auch mit CLIP top BLUMOTION einsetzen, dann muss die Dämpfung aber deaktiviert werden. Gedämpftes Schließen und griffloses Öffnen gleichzeitig gelingt bei Drehtüren nur mit einer zusätzlichen elektrischen oder motorischen Öffnungsunterstützung.

Welche der vier TIP-ON-Varianten passt (Magnet oder Puffer, kurze oder lange Baugröße), wie die Montage per Adapterplatte oder Einbohren funktioniert und ob sich Dämpfen und grifflos öffnen kombinieren lassen, steht ausführlich im Ratgeber TIP-ON für Türen: Magnet, Puffer, Montage.

8. Öffnungswinkel: 95°, 110°, 155°, 170°#

Der Öffnungswinkel sagt, wie weit die Tür öffnet.

110° ist der Standard für normale Schranktüren und reicht für Küche, Bad und Wohnzimmer. Im Blum-Programm ist CLIP top BLUMOTION 110° hier die häufigste Wahl.

155° passt für Schränke mit Innenauszügen oder Tablaren. Das 155°-Scharnier mit 0-Einsprung ist so gebaut, dass die offene Tür den Schrankbereich kaum blockiert. Sitzen hinter der Drehtür Auszüge oder ausziehbare Böden, ist es oft die richtige Wahl.

170° ist für sehr weites Öffnen, wenn die Tür ganz aus dem Weg soll. Prüfen Sie vorher, ob die Tür irgendwo anschlägt (Wand, Nachbarmöbel, Geräte). Bei Möbeln in Reichweite kleiner Kinder empfiehlt Blum eher das 155°-Scharnier mit 0-Einsprung.

95° ist für Profil- und Dicktüren. Hier zählt nicht der maximale Winkel, sondern eine Gelenkgeometrie, die mit dicken oder profilierten Fronten überhaupt funktioniert.

9. Türdicke: Standard, dick, dünn#

Normale Fronten von 16 bis 22 mm: Standard-CLIP-top-BLUMOTION-Scharniere sind passend, wenn Anschlagart, Bohrabstand und Montageplatte stimmen.

Fronten bis etwa 24 mm: noch im Bereich der Standard-Scharniere, aber Datenblatt zum konkreten Scharnier prüfen.

Dicke Fronten bis etwa 32 mm: hier braucht es ein Profil- oder Dicktürscharnier. Die Gelenkgeometrie ist eine andere, die Mindestfuge wird größer. Standardscharniere können mechanisch passen, beim Öffnen aber anstoßen.

Dünne Fronten von etwa 8 bis 14 mm: hier reichen Standard-Schraubbefestigungen nicht, weil das Material zu wenig Halt bietet. Blum hat dafür ein eigenes Scharnier für dünne Türen mit der Befestigung EXPANDO T. Wichtig: EXPANDO T ist nicht das Scharnier, sondern die Befestigung am dünnen Frontmaterial. Materialeignung vor der Bestellung prüfen, weil Blum die getesteten Materialien einschränkt.

10. Befestigung am Türblatt: Schraube, INSERTA, EXPANDO T#

Wie das Scharnier am Türblatt sitzt, ist die zweite Befestigungs-Frage neben der Montageplatte.

Die Schraubmontage ist die einfachste Variante: 35-mm-Topfbohrung, zwei Schrauben durch die Topfflansche. Sie funktioniert mit jeder ausreichend stabilen Front, auch nachträglich und bei Reparaturen.

INSERTA ist die werkzeuglose Schnellbefestigung von Blum. Sie setzen den Scharniertopf in die vorbereitete Bohrung und spannen ihn über den Hebel fest, ganz ohne Schrauben. Das setzt das passende Bohrbild voraus: Eine 35-mm-Topfbohrung allein reicht nicht, dazu kommen Aufnahmen für die INSERTA-Spreizelemente. Für die Serie praktisch, für Reparatur oder Nachrüstung ist die Schraubmontage meist einfacher.

EXPANDO T ist die Befestigung für dünne Fronten, siehe Abschnitt 9. Statt Schrauben verspannen sich Spreizelemente in Bohrungen und halten das dünne Material flächig.

11. Mindestfuge: warum dicke Türen mehr Luft brauchen#

Die Mindestfuge ist der Luftspalt seitlich der Tür, der beim Öffnen frei bleiben muss, damit die Tür-Ecke nicht an die Nachbartür oder den Korpus stößt. Sie hängt ab von Türdicke, Kantenradius oder Profil, Bohrabstand TB, Scharniertyp, Öffnungswinkel und Seitenverstellung.

Bei normalen 18- oder 19-mm-Türen ist die Mindestfuge meist unkritisch, ein paar Zehntel Millimeter genügen. Bei dicken Türen mit 24, 28 oder 32 mm steigt die Mindestfuge deutlich an, weil die Türecke beim Öffnen einen größeren Bogen beschreibt. Im Datenblatt zum konkreten Scharnier steht eine Mindestfuge-Tabelle nach Frontdicke und Bohrabstand. Bei dicken Türen vor der Konstruktion zwingend prüfen.

12. Onyx black oder Nickel#

Blum-Scharniere gibt es je nach Programm in Nickel oder Onyx black. Nickel ist der Standard. Onyx black ist die schwarze Variante, die optisch in dunkle Korpusse oder Möbel mit dunkler Innenausstattung besser passt. Bei sichtbar montierten Scharnieren oder bei offenen Möbeln lohnt der Griff zur schwarzen Variante. Bei klassischen Küchenschränken, in denen das Scharnier ohnehin im geschlossenen Möbel verschwindet, reicht Nickel. Wichtig: nicht jede Scharnier-Ausführung ist in beiden Farben verfügbar. Vor der Bestellung im LignoShop prüfen, ob das gewünschte Scharnier in Onyx black oder Nickel oder beiden Farben gelistet ist.

13. Häufige Fehler bei der Bestellung#

Nur nach Öffnungswinkel bestellen: "Ich brauche ein Blum-110°-Scharnier" reicht nicht. Es fehlt die Anschlagart, der Bohrabstand und die Montageplatte. Besser: "CLIP top BLUMOTION 110° für voll vorliegende Türen, Schraubmontage, plus Kreuzmontageplatte 0 mm".

Montageplatte vergessen: viele Blum-Scharniere kommen ohne Montageplatte. Das ist Absicht, weil die Platte zur Anwendung passen muss. Vor der Bestellung prüfen, ob die Platte im Set enthalten ist oder separat dazu gehört.

BLUMOTION und TIP-ON verwechseln: BLUMOTION dämpft, TIP-ON öffnet. Ohne Zuhaltefeder braucht es zwingend TIP-ON mit Magnet. Mit Feder geht auch TIP-ON mit Puffer. Ein aktiv gedämpftes CLIP top BLUMOTION passt dagegen nicht dazu, es sei denn, die Dämpfung wird abgeschaltet und das Scharnier übernimmt nur noch die Zuhaltefunktion.

INSERTA bestellen, obwohl nur Schraubbohrungen vorhanden sind: INSERTA ist schnell, braucht aber das vollständige Bohrbild. Bei Reparaturen lieber Schraubmontage.

Dicke Türen mit Standard-Scharnieren planen: kann gutgehen, kann aber auch beim Öffnen anstoßen. Bei Frontdicken über 24 mm das Profil- oder Dicktürscharnier nehmen und die Mindestfuge prüfen.

Verschiedene Scharniertypen auf einer Tür mischen: zum Beispiel oben CLIP top BLUMOTION und unten CLIP top mit Feder. Das kann funktionieren, das Schließverhalten wird aber leicht ungleichmäßig. Wir empfehlen, auf einer Tür dasselbe Scharnier zu verwenden.

14. Kurze Kaufhilfe nach Anwendung#

Normale gedämpfte Schranktür: CLIP top BLUMOTION, Anschlagart wählen (voll, halb, einliegend), 110° Öffnungswinkel, passende Montageplatte nach Planungstabelle des Scharniers, im Zweifel Distanz 0 als Ausgangspunkt.

Grifflose Tür mit TIP-ON: CLIP top ohne Feder plus TIP-ON mit Magnet, oder CLIP top mit Feder plus TIP-ON mit Puffer, passende Montageplatte, kleine Fuge zur Korpuskante (etwa 1,5 mm) für die Auslösung.

Innenauszüge hinter Drehtüren: 155° Scharnier mit 0-Einsprung, damit die geöffnete Tür den Auszug nicht blockiert.

Dicke oder Profilfronten: Profil- und Dicktürscharnier mit 95° Öffnungswinkel, Mindestfuge nach Datenblatt prüfen.

Dünne Fronten: EXPANDO T, Materialeignung vorab klären, Probemontage machen.

Eck- und Winkelschrank: nicht mit Standard-Scharnieren improvisieren. Winkelanschlag, passende Montageplatte und Adapter werden zusammen geplant. Hier lohnt eine Beratungsanfrage im LignoShop.

Wenn Sie unsicher sind#

Bei Reparaturen oder Nachrüstungen führt der Blum-Scharnier-Finder Schritt für Schritt durch Türsituation, Befestigung, Öffnungswinkel und Funktion. Zum Bestimmen eines vorhandenen Scharniers helfen die FAQs Eck-, Mittel- oder Innenanschlag erkennen und Schraube, INSERTA oder Einpressen erkennen. Notieren Sie sich dabei Türdicke und gewünschte Funktion (gedämpft, grifflos mit TIP-ON oder normal selbstschließend). Erst wenn das nicht weiterführt, hilft als letzter Schritt ein Foto von Scharnier und Montageplatte, um die passende Kombination einzugrenzen.