Ein Topfscharnier von Hettich, Grass oder einem anderen Hersteller lässt sich gegen ein Blum-Scharnier tauschen (und umgekehrt), aber der Wechsel ist kein 1:1-Tausch. Der Grund sitzt in der Tür: Das Bohrbild der Topf-Befestigung unterscheidet sich, und die Lochbilder liegen unangenehm nah beieinander.
Das Bohrbild ist dabei gleich doppelt nützlich: als Erkennungszeichen und als Warnung. Messen Sie den Abstand der beiden Befestigungslöcher von Mitte zu Mitte: 45 mm (mit 9,5 mm Abstand zur Topfkante) ist das übliche Blum-Maß, 52 mm (mit 5,5 mm) deutet auf Hettich. Beim Tausch entsteht genau daraus das Problem: Die neuen Schraublöcher kommen so dicht neben die alten, dass die Schrauben dort kaum noch Halt finden. Es funktioniert nur, wenn Sie die alten Löcher vorher sauber verschließen, etwa mit eingeleimten Holzdübeln, und danach neu bohren.
Der zweite Punkt ist kosmetisch: Die Topf-Anschraubplatten mancher Hersteller sind größer als die von Blum. Nach dem Tausch können deshalb Abdrücke oder Farbunterschiede der alten Platte auf der Türinnenseite sichtbar bleiben. Das ist kein Mangel, aber man muss es vorher wissen und akzeptieren.
Am Korpus ist der Wechsel unkritischer: Wo alte Bohrlöcher stören oder ausgerissen sind, überdeckt eine Kreuzmontageplatte sie mit ihrer breiten Auflage. Und wie bei jedem Systemwechsel gilt: immer alle Scharniere der Tür gemeinsam tauschen, sonst stimmt die Symmetrie nicht mehr.
Unterm Strich: Wer den Aufwand und die möglichen Spuren akzeptiert, kann auf Blum wechseln. Wer nicht, sucht den passenden Ersatz beim bisherigen Hersteller. Bei Unsicherheit hilft der Blum-Scharnier-Finder.